Pressemitteilung zu den Organspendezahlen 2025

Organspendezahlen steigen – doch viele warten weiter:

Mehr Unterstützung für Aufklärung nötig
Netzwerk Organspende NRW fordert Stärkung lokaler Initiativen

Bochum, 15. Januar 2026 — Die Zahl der Organspenden in Deutschland ist im Jahr 2025 erneut angestiegen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) spendeten 985 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe – so viele wie seit 2012 nicht mehr. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung bleiben die Wartelisten weiterhin lang: Der Bedarf an Spenderorganen übersteigt das Angebot deutlich, viele Betroffene warten oft sogar jahrelang auf ein lebensrettendes Organ.

Positiver Trend in NRW – aber Versorgungslücke bleibt
Auch Nordrhein-Westfalen trägt zum bundesweiten Anstieg bei: 586 Organe wurden 2025 posthum gespendet (2024: 495; 2023: 503). Gleichzeitig konnten 746 Organe transplantiert werden. Doch auch in NRW können längst nicht alle Patientinnen und Patienten zeitnah versorgt werden.

Aufklärung schafft informierte Entscheidungen
„Wir sehen: Menschen entscheiden sich eher für einen Organspendeausweis, wenn sie informiert sind, Fragen stellen können und Vertrauen aufbauen“, sagt Stefan Palmowski, Vorstandsvorsitzender des Netzwerks Organspende NRW.
Deshalb setzt das Netzwerk auf persönliche Begegnung – dort, wo Menschen leben und sich austauschen: in Schulen, Vereinen, Unternehmen, bei Stadtfesten, in Rathäusern und Kliniken.

Zentral ist das Engagement der ehrenamtlichen Patinnen und Paten für Organspende. Sie bringen ihre persönlichen Erfahrungen ein – als Transplantierte, Angehörige von Spenderinnen und Spendern oder Menschen mit medizinischem Hintergrund – und fördern niedrigschwellige Gespräche über ein sensibles Thema.

Wachsende Nachfrage nach Angeboten
Neben den persönlichen Einsätzen bietet das Netzwerk ergänzende Formate an, etwa eine landesweite Foto-Wanderausstellung oder Organspende-Infoterminals an stark frequentierten Orten. Erste Auswertungen zeigen, dass gerade diese Angebote Menschen erreichen, die sich sonst selten aktiv mit der Frage der Organspende befassen.

Strukturen stabilisieren – lokale Initiativen stärken
Damit diese Angebote überall verfügbar bleiben, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen. Viele lokale Initiativen und Ehrenamtliche leisten unverzichtbare Aufklärungsarbeit, verfügen aber nur über begrenzte Mittel.
„Damit der positive Trend anhält, muss Aufklärung als dauerhafte Aufgabe verstanden werden – nicht als Projekt, das von Jahr zu Jahr neu begründet werden muss“, so Palmowski.

Dazu gehört auch, den gesellschaftlichen Austausch über die politische Diskussion zur Widerspruchslösung (opt-out) breit zu ermöglichen. Ob am Ende opt-out kommt oder nicht: Eine informierte Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger bleibt zentral.

Kontakt
Das Netzwerk Organspende NRW e.V. unterstützt Kommunen, Bildungseinrichtungen und lokale Gruppen bei der Aufklärung über Organspende mit Patenvermittlung, Wanderausstellung und Unterstützung bei der Organisation von Aufklärungsarbeit.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.netzwerk-organspende-nrw.de

Newsletter
Anmeldung